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Mühlen und Museen, Burgen und Schlösser

Berentzen Hof

Höfische Pracht und adelige Wohnkultur aus acht Jahrhunderten entdecken Sie entlang der Emsland-Route. In Haselünne etwa, älteste Stadt der Region und einst Mitglied der Hanse, sind sechs prachtvoll restaurierte Burgmannshöfe erhalten. Die historischen Wohnsitze des mittelalterlichen Dienstadels werden heute unterschiedlich genutzt. Im Bentinckhof etwa ist das Brennerei-Museum untergebracht, das die Jahrhunderte lange Tradition hochprozentigen Genusses zeigt. Diese ist bis heute lebendig in Haselünne, denn hier sind drei weltbekannte Spirituosen-Hersteller zu Hause.

Auch für andere Herrenhäuser fanden sich im Emsland neue, zeitgemäße Verwendungen. Gut Altenkamp in Aschendorf etwa, ein Schmuckstück barocker Baukunst bei Papenburg, ist Schauplatz wechselnder Ausstellungen. Und ist nicht zuletzt selbst ein reizvolles Gesamtkunstwerk, seitdem die großflächigen Rokoko-Wandmalereien sowie die historische barocke Parkanlage aufwendig restauriert wurden.

Die hohe Kunst, erlebnisreiche Ferien für Kinder und zugleich einen erholsamen Urlaub für Eltern möglich zu machen, wurde auf Schloss Dankern und auf Gut Landegge in Haren (Ems) auf unterschiedliche Weise perfektioniert. Ersteres ist Herzstück des größten Ferienzentrums Europas mit insgesamt 800 Ferienhäusern und einem riesigen Freizeitpark.

Gut Landegge entwickelte sich von einem mehrfach prämierten Reiter- und Ferienbauernhof zum einzigen "Familotel" des Emslandes. Das heißt unter anderem, dass hier die professionelle Kinderbetreuung im Mittelpunkt steht.

Ein "Spielplatz" für Erwachsene entstand rund um Gut Düneburg in Haren (Ems): Es ist Dreh- und Angelpunkt eines viel gerühmten 18-Loch-Golfplatzes. Die Platzanlage fügt sich harmonisch in die Landschaft mit ihrem alten Baumbestand ein.

Naturerleben ohne Ball und Schläger ermöglicht der Burgpark der früheren Wasserburg Venhaus im südlichen Emsland. Von den einstigen Wehranlagen blieb zwar einzig die Gräfte erhalten. Rund um diesen Wassergraben entstand jedoch ein facettenreicher Umweltbildungsgarten.

Komplett erhalten blieb zum Glück Schloss Clemenswerth, ein in seiner Anlage einzigartiges barockes Jagdschloss. Kurfürst Clemens August ließ es im 18. Jahrhundert vom damaligen Star-Architekten Johann Conrad Schlaun in Sögel errichten. Unterschiedliche Dauerausstellungen in den sternförmig angeordneten Pavillons gewähren tiefe Einblicke ins höfische Leben der damaligen Zeit. Glaspokale, Geschirrteile aus dem Meißener Service des Kurfürsten sowie Straßburger Fayencen vermitteln einen Eindruck von der damaligen Tischkultur. Die Besonderheiten der barocken Parforce-Jagd und der Falknerei illustrieren historische Gemälde und Kupferstiche sowie die mehr als 200 Jahre alten Jagdwaffen. Und da Clemens August auch Großmeister des Deutschen Ordens war, widmet sich eine weitere Schau der Geschichte des geistlichen Ritterordens. Zahlreiche Veranstaltungen im Park locken jedes Jahr zusätzlich Zehntausende von Besuchern nach Sögel. Höhepunkte im Veranstaltungskalender sind das "Kleine Fest im großen Park" mit Kleinkunst und Feuerwerk, die Schleppjagd, die Falknertage sowie der Kunstmarkt "ParkArt".

Wie das einfache Volk lebte, führt das "Emslandmuseum Lingen" mit historischen Gebrauchsgegenständen wie Mobiliar, Zinngeräten und Fliesen vor Augen. Mehr noch: Es macht die Geschichte des Lingener Landes seit dem Mittelalter erlebbar. Zu sehen sind unter anderem alte Festungspläne und Waffen, die an die kriegerische Vergangenheit der ehemaligen Festungsstadt Lingen erinnern.

Auch Meppen war während seiner langen Geschichte manches Mal umkämpft. Noch heute prägen Wall und Wassergraben der historischen Verteidigungsanlagen das Bild der Altstadt mit. Gleich gegenüber findet sich ein Ort des Friedens im Hier und Jetzt: Auf der Landzunge, die die Hase-Mündung in den Dortmund-Ems-Kanal bildet, liegt einer der schönsten Biergärten der Region im Schatten der Höltingmühle, eines der zahlreichen erhaltenen Mahlwerke des Emslandes.

Etliche Mühlen werden von engagierten Vereinen in Schuss gehalten, einzelne sind sogar bis heute in Gebrauch und lassen sich besichtigen. Enkings Mühle in Emsbüren etwa, die feinstes Roggenschrot für ein weithin gerühmtes Pumpernickel herstellt. Probieren Sie hier unbedingt die einzigartige Schwarzbrottorte.

Neben Wind- und Wassermühlen entdecken Sie bei Sögel ein technisches Denkmal, das europaweit einzig ist in seiner Art: die Hüvener Mühle. Zwei Jahrhunderte lang trieb allein die Wasserkraft des Mühlenbachs ihr Mahlwerk an, im 18. Jahrhundert baute man zusätzliche eine Windmühle aufs Dach. So war der Müller erstens vor Dürren gefeit. Und zweitens erhielt die Region eine zusätzliche, weithin sichtbare Landmarke.

Nicht dass es davon wenige gäbe, denn schließlich hat auch hier jeder Ort mindestens einen Kirchturm. Einige Gotteshäuser lohnen durchaus einen Stopp. Der "Emslanddom" etwa: Die monumentale Kuppelkirche St. Martinus in Haren (Ems) ist - in etwas verkleinertem Maßstab natürlich - dem Petersdom in Rom nachempfunden. Die "Alte Rheder Kirche", ein gewaltiger, in Teilen spätromanischer Bau, dient auch als Mahnmal und Gedenkstätte für die Opfer der Weltkriege und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Und die Kreuzkirche in Lingen hat zwar keinen eindrucksvollen Turm, bereichert jedoch mit Ihrer barocken Fassade das reizvolle architektonische Ensemble des Universitätsplatzes. Nicht zuletzt trumpft sie mit inneren Werten auf - vor allem mit den "Lingener KreuzKirchenKonzerten".

Aber noch einmal zurück zum Alltag. Den machen mancherorts entlang des Weges Heimathäuser und Freilichtmuseen erlebbar. In Emsbüren bilden gleich acht historische Häuser den "Heimathof", der die Ortsgeschichte lebendig hält. Und in Papenburg zeigt die Von-Velen-Anlage, wie schwer es die ersten Siedler im Moor hatten. Auf den mühsam entwässerten und urbar gemachten Böden gedieh zunächst nur wenig, lediglich Buchweizen war widerstandsfähig genug. Kosten Sie nach der Besichtigung einen typischen Buchweizenpfannkuchen, ein gebratenes Stück Geschichte - und ein leckeres noch dazu.

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