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Steinzeit-Kultur bewundern

Berentzen Hof

„Hünengräber“ sagten die Menschen vergangener Jahrhunderte, wenn sie die mystischen Megalithbauten meinten, die so typisch sind für die Geestlandschaften des Emslandes. Denn wer, wenn nicht Riesen, sollte tonnenschwere Granit-Findlinge zu solch beeindruckenden Gewölben zusammengefügt haben? Heutige Wissenschaftler fanden Antworten, die noch faszinierender sind als die Vorstellung von Felsen schleppenden Hünen: Menschen wie du und ich schufen die Steinzeitmausoleen. Denn schon vor 5.000 Jahren, lange bevor die Ägypter ihre Pyramiden bauten, nutzten unsere Vorfahren Hebel, Zugtiere und Hebebäume, um aus riesigen, bis zu 50 Tonnen schweren Granitblöcken Grabkammern für die Ewigkeit zu errichten. Hunderte gibt es in Nordwesteuropa, etliche davon im Emsland. Und auch wenn ihre Baugeschichte enträtselt ist und die Grabbeigaben vieles verraten über das alltägliche Leben der ersten Siedler und Bauern des Nordwestens, bewahren die Monumente dennoch etliche Geheimnisse. Und bleiben faszinierende, mystische Orte. Bis heute.

Großsteingrab Apeldorn

Ihren Zauber erleben können Sie auf halbem Wege zwischen Sögel und Haselünne. Hier verbindet die lediglich einen Kilometer lange „Hünengräberstraße des Hümmling“ nicht weniger als neun Megalithanlagen, darunter auch das „Wappengrab“, das als Vorbild diente für das Wappen des Landkreises Emsland. Der Spazierweg führt durch die liebliche Heide-Landschaft des Naturschutzgebiets „Holschkenfehn“ und macht deutlich, warum sich um die steinzeitlichen Gräber zahllose Legenden ranken. Auf den Geestrücken des Hümmling, so behauptet eine dieser Sagen mit nur geringer Übertreibung, bauten Hünen so lange Grab an Grab, bis kein Bauplatz mehr frei war. Neben Riesen sahen die Menschen mancherorts auch den Teufel, Kaiser Karl den Großen oder seinen Widersacher König Surwold am Werk. Einige Megalithbauten seien gar mit einem Fluch belegt, sagt ein alter Volksglaube: Wer etwa den „Steinernen Schlüssel“ bei Apeldorn zerstört, den trifft die Rache der Hünen.

Den Tatsachen zu den Megalithgräbern und ihren Erbauern können Sie im "Emsland Archäologie Museum" in Meppen auf den Grund gehen. Es macht die spannende Detektivarbeit der Wissenschaftler erlebbar, zeigt etliche Fundstücke und führt zahlreiche Ergebnisse der Forschungsarbeit vor Augen. Zu den eindrucksvollsten Rekonstruktionen und Inszenierungen der Ausstellung gehört der Nachbau eines Megalithgrabes in Originalgröße. Auch die Menschen, die nach den jungsteinzeitlichen Baumeistern im Emsland lebten, hinterließen ihre Spuren im Erdboden, dem größten Geschichtsbuch der Welt. Deswegen zeigen weitere Teile der Ausstellung die Geschichte der Region bis ins frühe Mittelalter hinein.

Zusammen mit der Kunstschule, dem Café Koppelschleuse und dem Jugendkulturgästehaus bildet das Museum ein reizvolles Ausflugsziel in einem Wäldchen am Ufer der Hase.

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