Tagestouren-Tipps zum Emslandplan-Jubiläum
Im Tourenheft werden die thematischen Radrundwege vorgestellt, um auf dem emslandweiten Fahrradknotennetz den Spuren der Emslandplan-Geschichte unter dem Motto „Gestern – Heute – Morgen“ folgen zu können.
Zwei Tagestouren lenken durch das Südliche Emsland, wo Aktivfreunde die von der Landwirtschaft geprägte Natur und sowohl die dörfliche Ruhe als auch die städtische Vielfallt erfahren.
Geschichte up Rad – Frerener Zeitreise
Bei dem rund 60 Kilometer langen Rundkurs lernt man anschaulich die Frerener Geschichte und die Entwicklung vom mittelalterlichen Marktflecken „Friduren“ bis zur heutigen Stadt kennen. Die Tour führt von der Stadt durch Andervenne, Beesten, Messingen und Thuine.
Die Blicke schweifen bei der Fahrt Richtung Andervenne über die Wiesen und Felder und auf die großen Hofstellen – teilweise existieren hier und da noch urige Heuerhäuser. Die Geschichte vom Heuerlingswesen, in Nordwestdeutschland bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts verbreite Hand- und Spanndienste von landlosen „Heuerlingen“ für Bauern für eine Unterkunft und ein Stück Ackerland, findet sich links und rechts vom Fahrradlenker ebenso wieder wie die der „Tödden“.
So bezeichnete man die reisenden Händler, die durch das Land zogen, um Leinen, Kurz- und Eisenwaren zu verkaufen. Rund um Beesten wurden Flachs und Hanf angebaut, die Rohstoffe für das Haupt-Handelsprodukt der Tödden – dem Leinen.
Mit dem Emslandplan verschwand das Heuerlingswesen quasi "über Nacht", da die alten Strukturen in der Landwirtschaft aufgelöst wurden.
Am Heimathaus in Messingen lohnt ein kurzer Stopp, um die Ausstellung Mathilde Vaerting, einem von zwei „frauenORTE Niedersachsen“ im Emsland, anzuschauen.
Lütje Fente-Route – Durch die Emsauen zur Else
Der Name „Lütje Fente“ ist auf eine der elf Kivelingssektionen in Lingen zurückzuführen. Eigentlich stammt er aus dem Altniederländischen und bedeutet „kleine Schlingel“. Die Kivelinge – „kleine Kämpfer“, junge und unverheiratete Bürgersöhne – retteten vor über 650 Jahren die Stadt Lingen vor feindlicher Eroberung.
Dieses Jahr wird in der Emsstadt das Jubiläum „1050 Jahre Lingen“ gefeiert. Das Emslandmuseum zeigt daher bis Ende August die Sonderausstellung „Eine Stadt entsteht… Funde – Befunde – Quellen.“.
Die Bezeichnung „lütje Fente“ trifft bei der 65 km langen Radrundtour im wahrsten Sinne des Wortes zu. Denn vom Lingener Stadtzentrum führt die Tour entlang des Dortmund-Ems-Kanals über Gleesen weiter den idyllischen Schleifen der Ems folgend.
Ein Must-have ist eine Rast im Bauernhofcafé In-t Hürhus in Emsbüren. Mit Blick auf die Swin-Golfer in der Mehringer Heide lässt man sich eine deftige Brotzeit oder selbstgebacken Kuchen schmecken. Im Sommer ist das 20.000 m² große Maislabyrinth ein Highlight.
Die Route führt vorbei am Erlebnispark Emsflower, Europas größtem Produzenten von Beet- und Balkonpflanzen, in die benachbarte Grafschaft Bentheim. Am Quendorfer See befindet sich das Ausflugslokal „Else am See“, dass auch ein Namensgeber dieser Tour ist.
Emslandliebe – Gestern. Heute. Morgen.
Das Themenjahr 2025 rund um das Jubiläum „75 Jahre Emslandplan“ ist eine Serie aus Erzählungen in Kooperation mit der Emsländischen Landschaft, der Emsland Tourismus GmbH und des Emsland-Kuriers.
Heimatvereine, die Interesse an einem Workshop haben, können sich bei der Geschäftsstelle des Emsländischen Heimatbunds in Meppen melden unter Tel. 05931 496420 bzw. per E-Mail an info@ehb-emsland.de.
Das Veranstaltungsprogramm zum Jubiläum beginnt am 5. Mai 2025 und wird in Bälde veröffentlicht.