„Markt für Genießer“ trifft auf historische Gartenkunst

Von Engelbohnen, Live-Musik und Salsiccia-Würstchen: Emsland Moormuseum lädt zum Schlemmen, Entdecken und Verweilen ein

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  • 06.09.2026

Von Engelbohnen, Live-Musik und Salsiccia-Würstchen: Emsland Moormuseum lädt zum Schlemmen, Entdecken und Verweilen ein

Wie versorgten sich die Moorbauern vor einem Jahrhundert selbst? Antworten darauf gibt der Siedlergarten des Emsland Moormuseums in Geeste.

Auf dem historischen Areal wächst eine erstaunliche Vielfalt an Gemüsesorten, die bereits vor 100 Jahren auf den Tisch kamen: von verschiedenen Kohlarten über Erbsen und Beerenobst bis hin zu außergewöhnlichen Bohnen- und Kartoffelsorten.  

Grund genug also für einen Blick darauf. Beim „Markt für Genießer“ bietet sich unterdessen die Möglichkeit, besondere Spezialitäten aus dem Garten zu genießen. 

Seltene Bohnen und die mystische „Engelbohne“ im Siedlungsgarten:

Bohnen wurden von den Moorbauern bereits vor über 100 Jahren als wichtige Nutzpflanze zur Selbstversorgung kultiviert. Besonderes Augenmerk liegt deshalb heute im Siedlergarten auf die Bohnenvielfalt.
 
Die leuchtend hellroten Blüten der Feuerbohne (Phaseolus coccineus), auch Prunkbohne genannt, geben der Pflanze ihren Namen.
Neben der mittelfrühen Buschbohne „Cupidon“ mit fadenlosen Hülsen gedeiht hier auch die Monstranzbohne (Phaseolus vulgaris). Diese seltene, alte Stangenbohne – im Volksmund oft „Engelbohne“ genannt – ist für eine rötlichbraune Zeichnung auf ihren weißen Kernen bekannt, die an eine kirchliche Monstranz oder einen Engel erinnert. 

Bunte Kartoffelvielfalt als Klimaschutz

Moorbauern nutzten Kartoffeln (Solanum tuberosum) einst vor allem als extrem anpassungsfähige Pionierpflanze und überlebenswichtiges Grundnahrungsmittel bei der Erstbestellung und Kultivierung von kargen Moorflächen.
 
Heute nimmt die Knolle deshalb auf dem Siedlergarten auch einen zentralen Platz ein. Weltweit existieren über 5.000 Sorten des ursprünglich aus Südamerika stammenden Nachtschattengewächses.
 
Im Siedlergarten wurden im Frühjahr zehn verschiedene Sorten in die Erde gelegt. So etwa die Feinschmecker-Klassiker Belana, Annabelle und das historische Bamberger Hörnchen. Aber ebenso farbenfrohe Spezialitäten wie die Rote Laura, Heiderot und die Blaue Anneliese.
 
Die Sortenvielfalt sorgt nicht nur für Abwechslung in der Küche – wie etwa für blaues Kartoffelpüree –, sondern schützt auch die Umwelt. Verschiedene Sorten reagieren unterschiedlich auf Trockenheit, Hitze oder Schädlinge. Eine breite Vielfalt hilft somit, den Herausforderungen des Klimawandels im Ackerbau zu begegnen. 

Warum die Tomate im Siedlergarten fehlt

Eine beliebte Nutzpflanze sucht man im historischen Siedlergarten allerdings vergebens: die Tomate.
 
In Deutschland galt sie lange Zeit nur als Zierpflanze für Botaniker. Da sie botanisch zu den Nachtschattengewächsen gehört, hielt sich hartnäckig der Glaube, die Früchte seien giftig.

Erst während des Ersten Weltkriegs etablierte sich die Tomate in Deutschland als allgemeines Nahrungsmittel.

Markt für Genießer mit vielen Ausstellern

Diese und viele weitere Informationen und Leckereien gibt es beim „Markt für Genießer“ am 13. September. Nach vier Jahren Pause kehrt der nämlich zurück zum Emsland Moormuseum.
 
Rund 20 Aussteller präsentieren dabei kulinarische Schätze aus der Region. Nebenher dürfen sich die Gäste auf neue Beschicker, Live-Musik der Band „Soulscapes“ und einen Apfelkuchenwettbewerb freuen.
 
Neben bekannten Ausstellern wie der Hofkäserei Michelbrand, Weinhändler Walter Deitermann oder Konfitüren-Spezialistin Ilona Heers bereichern auch einige neue Anbieter den Markt. Der Biobote aus Haren bringt eine Auswahl an regionalen Bio-Lebensmitteln mit, das Vitus- Werk Meppen bietet Brote, Aufstriche, Gewürze sowie eigens gepressten Apfelsaft an.
 
Zum Mitmachen lädt Jürgen Klompmaker aus Neuringe mit seinen Steinofen-Pizzen zum Selbstbelegen ein. Zudem ergänzen Taurus Weidefleisch von Imke Erdmann aus Bawinkel, die Hofkäserei Dennemann aus Samern, Eis und Crêpes der Eisdiele Thies aus Lingen sowie Popcorn der Twister Schule am See das Angebot. 

Das Museum selbst übernimmt den Ausschank von lokalem Buchweizenbier und weiteren Getränken. Für die Verpflegung sorgen Mitveranstalter Helmut Backers und seine Frau Irene vom gleichnamigen Twister Landgasthof.
Neben saisonalem Eintopf, vegetarischen Maultaschen, Rehwild-Köfte und Grießflamerie tischen sie gebratene Salsiccia-Würstchen vom Bentheimer Schwein mit Kartoffelsalat auf.

Zudem findet erstmals ein Apfelkuchenwettbewerb statt. Wer am Samstag, 12. September, sein Gebäck einreicht, stellt sich der Jurybewertung am Sonntag.
 
Der Eintrittspreis beträgt acht Euro inklusive Museumszugang, für Familien gibt es Vergünstigungen. Geöffnet hat der Markt der Genießer am Sonntag, 13. September, von 10 bis 18 Uhr. 


Moor & mehr – Geschichten aus den Naturparken


Naturparke in der Ferienregion feiern Jubiläum 

In Kooperation mit dem Emsland-Kurier feiern wir in diesem Jahr die Jubiläen “20 Jahre Naturpark Bourtanger Moor” und “10 Jahre Naturpark Hümmling” mit Geschichten über die eindrucksvolle Kulturlandschaft, prägnante und ungewöhnliche Sehenswürdigkeiten und ehrenamtliches Engagement mit viel Heimatgefühl.
 
Die Beiträge werden im Emsland-Kurier veröffentlicht und sind im Emsland-Blog "Moor & mehr“ auf unserer "Geburtstagsseite"zum Themenjahr nachzulesen.  


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Matthias Engelken
06. September 2026
Mein Tipp

Informationen zum Emslandmuseum  
 
Emsland Moormuseum  
Geestmoor 6, 49744 Geeste - Groß Hesepe 
Tel. 05937 709990

Öffnungszeiten  
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr

Veranstaltungstipp:
„Markt für Genießer“ mit Kartoffel-Probieraktionen
Sonntag, 13. September 2026 von 10 bis 18 Uhr

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