Regionale Natur erleben, globale Verantwortung lernen: Maria-Montessori-Schule wird Naturpark-Schule
Bereits der Auftakt setzte ein starkes Zeichen. Zu den Klängen von „Run Boy, Run“ strömten die Kinder aus allen Richtungen auf den Schulhof. Vier Viertklässler trugen symbolisch die Erde in die Mitte, während andere Kinder bunte Tücher und Bildtafeln mit den Symbolen der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung präsentierten und den Tanz unter Anleitung von zwei Choreografinnen, Angelina Krauß und Carolin Devermann, der Meppener Freilichtbühne vor staunenden Gästen, darunter auch zahlreichen Eltern, aufführten. Die Farben der Tücher stehen dabei für Wasser und Frieden (blau), Energie und Gemeinschaft (gelb), Natur und Wachstum (grün) sowie Verantwortung und Stärke (rot). Das Gesamtbild war bewusst gewählt: „Nur wenn alle mitmachen, wird es bunt und schön“, erklären die Schülersprecher Emma und Otto. Die Erde stehe dabei im Mittelpunkt, denn „Sie gehört uns allen. Und wir alle müssen auf sie achten.“
Im weiteren Verlauf stellten die einzelnen Jahrgänge ihre Themen und Projekte aus dem Naturpark Bourtanger Moor–Veenland vor und präsentierten beispielhaft einige der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung.
Der erste Jahrgang sang ein Lied zu Nutztieren und Gemüse und berichtete von seinem Besuch auf dem Kossehof. Mit dem Refrain „Einfach spitze, unser Ausflug – einfach spitze, voll was los am Kossehof“ brachten die Kinder ihre Begeisterung treffend zum Ausdruck.
Die Zweitklässler stellten ihr Projekt zum Thema „Schaf“ vor. Nach dem Besuch auf dem Familienhof Brüning fassten sie ihre Erlebnisse zusammen und zeigten stolz ihre Plakate über Haltung, Nutzen und Besonderheiten der Tiere. Das direkte Erleben auf dem Hof hat den Kindern besonders gefallen.
Für Bewegung und Mitdenken sorgte der dritte Jahrgang mit einem interaktiven Moor-Quiz in Anlehnung an die Sendung „1, 2 oder 3“ - ein Schülerteam forderte das Gästeteam heraus. Nach dem Besuch des Moormuseums in Groß Hesepe wussten die Drittklässler bestens Bescheid über Torfbildung, Moorpflanzen und -tiere sowie die Bedeutung dieses sensiblen Lebensraums für den Klimaschutz.
Der schuleigene FREIDAY wurde nun vom Jahrgang vier erläutert: Jeden Freitag steht projektbasiertes Lernen auf dem Stundenplan. Die Kinder beschäftigen sich mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen und setzen eigene Ideen und Projekte um. Hierzu zählen beispielsweise ein schuleigener Komposthaufen, ein Barfußpfad, Pflanz-Aktionen im Frühjahr sowie Insekten- und Vogelhäuser. Stellvertretend erläuterten die Viertklässler sechs ausgewählte Ziele: Ziel 4 (Hochwertige Bildung), Ziel 12 (Nachhaltige/r Konsum und Produktion), Ziel 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz), Ziel 14 (Leben unter Wasser), Ziel 15 (Leben an Land) und Ziel 16 (Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen). Mit großen Würfeln und Bildkarten erklärten sie anschaulich, warum diese Ziele auch für Grundschulkinder bedeutsam sind. „Ihr übernehmt schon jetzt Verantwortung für unsere Zukunft und zeigt, dass nachhaltiges Denken keine Frage des Alters ist“, lobte Schulleiterin Lisa Riemann das Engagement der Kinder.
Die Gäste würdigten in ihren Grußworten das Engagement der Schule. Jan Heinemann, Schulfachlicher Dezernent und Matthias Funke, erster Stadtrat und Vertreter des Schulträgers hoben hervor, wie selbstverständlich Bildung für nachhaltige Entwicklung hier im Unterricht und im Schulleben verankert ist. Die Auszeichnung zur Naturpark-Schule sei auch sichtbarer Ausdruck dieses langfristigen Einsatzes.
Martin Gerenkamp, Vorsitzender des Naturparks Bourtanger Moor–Veenland, überreichte die Auszeichnungsurkunde. Dabei lobte er auch die von den Kindern selbst gestaltete Einladungskarte, die Motive aus den Naturpark-Projekten aufgriff. Zugleich ordnete er die Auszeichnung überregional ein: Die Maria-Montessori-Schule ist nun die vierte Naturpark-Schule in Meppen, die 15. im Naturpark Bourtanger Moor–Veenland und die 41. in Niedersachsen. Gerenkamp dankte darüber hinaus für das große Engagement des Kollegiums sowie die Unterstützung zahlreicher Partner – von Rangerinnen und Rangern über Naturführerinnen und Naturführer bis hin zu außerschulischen Lernorten und Kooperationsbetrieben, die die Projekte begleiten.
„MOORex“, das Naturpark-Maskottchen wurde von den Schülersprechern enthüllt und mit großem Jubel begrüßt. Auch als Glücksbringer soll es die Kinder Tag für Tag daran erinnern, was es in der Natur vor der Haustür alles zu entdecken gibt.
Mit der offiziellen Ernennung ist die Maria-Montessori-Schule nun Teil des Netzwerks der Naturpark-Schulen. An diesem Tag wurde zugleich sichtbar, wie eng die regionalen Naturpark-Themen mit dem schulischen FREIDAY verknüpft sind. Während die Naturpark-Schule den Blick auf die Natur- und Kulturlandschaft vor der eigenen Haustür richtet, greifen die FREIDAY-Projekte die globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen auf. Gemeinsam vermitteln beide Ansätze, wie Verantwortung für Umwelt, Gesellschaft und Zukunft ganz konkret übernommen werden kann. Oder wie Emma und Otto es formulierten: „Wir sind viele. Wir sind verschieden. Und trotzdem – oder gerade deshalb – können wir gemeinsam etwas bewegen und Verantwortung für unsere Erde übernehmen.“
Moor & mehr – Geschichten aus den Naturparken
Naturparke in der Ferienregion feiern Jubiläum
In Kooperation mit dem Emsland-Kurier feiern wir in diesem Jahr die Jubiläen “20 Jahre Naturpark Bourtanger Moor” und “10 Jahre Naturpark Hümmling” mit Geschichten über die eindrucksvolle Kulturlandschaft, prägnante und ungewöhnliche Sehenswürdigkeiten und ehrenamtliches Engagement mit viel Heimatgefühl.
Die Beiträge werden im Emsland-Kurier veröffentlicht und sind im Emsland-Blog "Moor & mehr“ auf unserer "Geburtstagsseite"zum Themenjahr nachzulesen.
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