Tagebuch einer Verlorenen (Stummfilm mit Live-Musikbegleitung von Piano Pete Budden)

  • Kultur
Nach dem 1905 erstmals erschienenen, gleichnamigen Erfolgsroman von Margarete Böhme: Thymian, die Tochter eines Apothekers, wird von einem Freund ihres Vaters, Meinert, vergewaltigt und nach der Geburt des unehelichen Kindes von ihrer Familie verstoßen. Sie muss ins Heim, in welchem sie unter dem sadistischen Regiment des Vorsteher-Paares leidet. Als Thymian den mittellosen Grafen Osdorff kennenlernt, flüchtet sie mit ihm in die Großstadt und arbeitet dort im Bordell. Eines Tages trifft sie dort auf ihren eigenen Vater…
Der tragische soziale Abstieg einer jungen Bürgerlichen und eine deutliche Kritik an der Scheinheiligkeit und Perfidie des Bürgertums – nur wenige deutsche Filme der 1920er Jahre waren so stark umstritten und wurden einer so umfassenden Zensur und somit Verstümmelung unterzogen wie G. W. Pabsts letzter Stummfilm "Tagebuch einer Verlorenen". 1997 meldete die Cineteca di Bologna den Fund einer Nitrokopie, welche die meisten der bislang verschollenen Szenen aufwies. Das Deutsche Filminstitut und die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung übernahmen die komplette Rekonstruktion des Films.
Regisseur G. W. Pabst verzichtet auf große Effekte und setzt stattdessen voll und ganz auf Louise Brooks. Für die US-amerikanische Schauspielerin Louise Brooks war "Tagebuch einer Verlorenen" bereits der zweite Film innerhalb eines Jahres unter der Regie von Pabst nach "Die Büchse der Pandora". Brooks konnte ihre Erfolge in Europa in ihrer Heimat Amerika nicht wiederholen und verschwand bald in der Versenkung, bis sie in den 1950er Jahren von der französischen Filmkritik zur Filmikone erklärt wurde.

Stummfilm mit Live-Musikbegleitung von Piano Pete Budden

Gefördert aus Mitteln der Essmann Stiftung

Ein Film aus dem Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung (www.murnau-stiftung.de) in Wiesbaden

Terminübersicht

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Preisinformationen

20 Euro

Autor:in

Tobias Mielke
Marienstraße 8
49808 Lingen (Ems)