Erben streiten 80 Jahre…

Adeliges Hin und Her beim Gut Esterwegen – Am Ende steht das Dorf

17.05.2026

Adeliges Hin und Her beim Gut Esterwegen – Am Ende steht das Dorf

Unbekanntes Esterwegen (Teil II) 

Familienbande spielen von Anfang an eine Rolle. Heinrich v. Hövel, Komtur der Johanniter in Burgsteinfurt, sorgt 1574 dafür, dass sein Bruder Hermann die darnieder liegende alte Johanniterkommende Esterwegen kaufen kann.

Drei Jahrhunderte geht es mit dem adeligen Vererben und Verkaufen weiter. Auf die v. Hövel folgen die v. Crumminga aus Weener. Danach haben die v. Scheffert das Sagen. Im Hintergrund nehmen die Grafen v. Bentheim und v. Galen als Lehnsherren immer wieder Einfluss.

Franz Ernst v. Scheffert baut 1709 die Kapelle wieder auf, die sein Vorfahr Cirko Crumminga in protestantischem Glaubenseifer Jahrzehnte vorher niedergebrannt hat. Jetzt werden erste Kolonisten in Esterwegen angesiedelt. 

Wie der Chronist Arno Lindemann berichtet, ziehen sie in leerstehende Gutsgebäude. Später baut der Gutsherr für sie Heuerhäuser. Bevölkerungsdruck und Armut von immer mehr Menschen suchen ein Ventil. Nur langsam geht es voran.

Gar nicht voran geht es mit dem adeligen Vererben. Um das Testament von Franz Ernst (+ 1718) streiten drei Familien achtzig Jahre lang. Zwischendurch ist die Adelsfamilie v. Lixfeld vor Ort. 1806 werden zwei Brüder v. Scheffert (wieder) mit Esterwegen belehnt. Deren einziger männlicher Erbe stirbt unverheiratet als preußischer Leutnant (laut vom Bruch). 



Ludwig Ferdinand v. Exterde kommt als Gutsherr. Er heiratet 1826 Elisabeth Bödiker aus Haselünne und nach deren Tod die Schwester Wilhelmine (1838). Vorher lässt er ein Herrenhaus errichten.
 
Baron v. Exterde braucht offenbar dringend Kapital. Auf Erbpacht siedelt er immer mehr Kolonisten an. Deren Kinder bleiben oft auf den elterlichen Flächen. Es wird eng in Esterwegen. 1857 können die Kolonisten ihre Erbpacht ablösen. Sie müssen dafür das 25-fache der jährlichen Pacht zahlen. 

Das hat zur Folge, dass die Menschen sich verschulden – ein weiteres Hemmnis der Entwicklung! Es kommt zu Zwangsversteigerungen; Viele müssen ihre Schulden abarbeiten.

Mit der Markenteilung bessert sich die Lage ab 1887. Die Ablösung alter Rechte zieht sich bis 1905 hin.

Symbol eines gewissen Aufschwungs ist der Bau der Kirche St. Johannes der Täufer im Jahr 1896. Sie ersetzt die Kapelle von 1709. Diese wiederum stand an der Stelle der Johanniterkapelle von 1223 – achthundert Jahre Geschichte Esterwegens!

Moor & mehr – Geschichten aus den Naturparken


Naturparke in der Ferienregion feiern Jubiläum 

In Kooperation mit dem Emsland-Kurier feiern wir in diesem Jahr die Jubiläen “20 Jahre Naturpark Bourtanger Moor” und “10 Jahre Naturpark Hümmling” mit Geschichten über die eindrucksvolle Kulturlandschaft, prägnante und ungewöhnliche Sehenswürdigkeiten und ehrenamtliches Engagement mit viel Heimatgefühl.
 
Die Beiträge werden im Emsland-Kurier veröffentlicht und sind im Emsland-Blog "Moor & mehr“ auf unserer "Geburtstagsseite"zum Themenjahr nachzulesen.