• Wissenswertes
  • 04.10.2026
Rund 40 Lehrkräfte gingen auf Entdeckungstour durch Twists Erdölgeschichte.JPEG

Was verbirgt sich eigentlich hinter den Ölnickern, an denen man in und rund um Twist tagtäglich vorbeifährt? Und wie wird aus der Geschichte der Erdöl- und Erdgasförderung ein spannender Forscherauftrag für Grundschulkinder?

Diesen Fragen gingen rund 40 Lehrkräfte der Twister Grundschulen bei der diesjährigen Lehrerfortbildung im Netzwerk Naturpark-Schulen nach. Im Mittelpunkt stand dabei ein Lernort außerhalb der Lernumgebung: das Erdöl-Erdgas-Museum in Twist.

Als eine von sieben sogenannten Moorpforten des Naturparks Bourtanger Moor – Veenland erzählt das Museum ein Stück Regionalgeschichte, das unmittelbar vor der eigenen Haustür liegt. Von der Entstehung von Erdöl und Erdgas über die Bohrung bis zur Förderung und zum Transport machen zahlreiche Exponate sichtbar, was sonst tief unter der Erde verborgen bleibt.

Dass dieser Ort seine Geschichte lebendig vermitteln kann, ist auch dem engagierten Ehrenamt zu verdanken. Museumsleiter Rudi Gaidosch und Hans Neuß führen Besuchergruppen mit viel Fachwissen und Leidenschaft durch die Ausstellung. Bei der Fortbildung waren sie es, die den Lehrkräften ihren besonderen Blick auf die Exponate und die Geschichte der Region eröffneten. Schnell wurde deutlich: Hier steckt viel Potenzial für spannende Entdeckungen mit Kindern.

Ein erster Schritt ist das neu entwickelte Forscherheft, das Grundschüler künftig durch das Museum begleiten soll. Mit den vier Forscherkids Lilli, Jule, Toni und Max, kindgerechten Informationen, Skizzen, Sprechblasen und Aufgaben lädt es dazu ein, selbst aktiv zu werden: Bohrtürme und Ölnicker zählen, Rätsel lösen, beobachten und eigene Entdeckungen festhalten.

Bei der Fortbildung wurde das Heft erstmals gemeinsam aus der Perspektive der Pädagoginnen und Pädagogen betrachtet. Die Rückmeldungen waren sehr positiv. Zugleich gab es einen wichtigen Impuls: Der eigentliche Forschercharakter könnte noch stärker herausgearbeitet werden – etwa durch den Einsatz von Modellen, an denen Kinder Zusammenhänge selbst entdecken und ausprobieren können. Die Anregungen fließen in die weitere Überarbeitung ein; das Forscherheft wird anschließend evaluiert.

So wurde aus der Fortbildung mehr als ein Museumsrundgang: Ehrenamtliche, Lehrkräfte und das Naturparkteam entwickelten gemeinsam Ideen dafür, wie aus einem besonderen Ort ein lebendiger Lernort werden kann.


Im Rathaus begrüßte Bürgermeisterin Petra Lübbers die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und würdigte das Engagement für die Vermittlung regionaler Geschichte und die Zusammenarbeit im Netzwerk Naturpark-Schulen. Ein passender Abschluss für einen Tag, an dem deutlich wurde, wie viel entstehen kann, wenn Schule, Lernorte vor der Haustür und engagierte Menschen aus der Region gemeinsam an einem Ziel arbeiten.

Inzwischen beteiligen sich 15 Schulen am Netzwerk Naturpark-Schulen im Naturpark Bourtanger Moor – Veenland – und es werden stetig mehr. Mit jedem neuen Lernort wächst auch die Möglichkeit, Kindern ihre Heimat nicht nur zu erklären, sondern sie selbst entdecken, erforschen und erleben zu lassen.

Und vielleicht beginnt die nächste Entdeckungstour schon dort, wo die Kinder täglich vorbeikommen: bei einem Ölnicker am Wegesrand.

Moor & mehr – Geschichten aus den Naturparken


Naturparke in der Ferienregion feiern Jubiläum 

In Kooperation mit dem Emsland-Kurier feiern wir in diesem Jahr die Jubiläen “20 Jahre Naturpark Bourtanger Moor” und “10 Jahre Naturpark Hümmling” mit Geschichten über die eindrucksvolle Kulturlandschaft, prägnante und ungewöhnliche Sehenswürdigkeiten und ehrenamtliches Engagement mit viel Heimatgefühl.
 
Die Beiträge werden im Emsland-Kurier veröffentlicht und sind im Emsland-Blog "Moor & mehr“ auf unserer "Geburtstagsseite"zum Themenjahr nachzulesen.  

04. Oktober 2026