Neue Dauerausstellung: die Vorgeschichte zum Emslandplan

Jubiläumsjahr wird im Moormuseum eröffnet

04.05.2025

Jubiläumsjahr wird im Moormuseum eröffnet


Der sogenannte Emslandplan jährt sich in diesem Jahr zum 75. Mal. Am 5. Mai 1950 wurde die „Erschließung der Ödländereien des Emslandes“ vom Bundestag beschlossen. „2,1 Milliarden DM wurden seinerzeit in die Hand genommen, um das sogenannte „Armenhaus der Republik“ umzukrempeln. 75 Jahre später ist aus den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim eine „Boom-Region“ geworden. Dies ist Anlass zum Feiern, zu einem Rückblick und für einen Ausblick auf morgen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Emsländischen Landschaft.

Offiziell eröffnet wird das Jubiläumsjahr am 5. Mai 2025 im Emsland Moormuseum in Geeste. Die Vorbereitung zur Jubiläumsausstellung laufen dort bereits. Mit dem stellvertretenden Museumsleiter Ansgar Becker haben wir darüber bei einem Rundgang gesprochen.

„Wenn man den Emslandplan betrachten möchte, so muss man weit vor dem Jahr 1950 anfangen“, weiß der Historiker. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts haben sich nämlich die Preußen damit auseinandergesetzt, wie man den Moorboden durch Düngung und andere Maßnahmen ertüchtigen kann. Adolf Hubert Sonnenschein war bis 1933 Regierungspräsident des Regierungsbezirks Osnabrück. Dieser hatte, bis ihn die Nationalsozialisten in den einstweiligen Ruhestand versetzt haben, ausgiebige Bereisungen des emsländischen Moores durch Mediziner, Geologen und andere Wissenschaftler veranlasst. Auf seinen Erkenntnissen fußte schließlich der 1950 in Kraft getretene Emslandplan.

Die Geschichte des Emslandplans im engeren Sinne, nämlich die von 1950 bis 1989, ist schon seit 2010 im Moormuseum gut dokumentiert. In der Ausstellungshalle II ist auf mehreren Ebenen eine interaktive Dauerausstellung aufgebaut. Diese umfasst die Arbeitsgeräte, mit denen das Moor urbar gemacht worden ist – allen voran der gigantische Ottomeyerpflug. Zu sehen sind aber auch Fotos von den „unglaublich ärmlichen Behausungen“, so Becker, in denen die wenigen Moorbewohner vor dem Emslandplan gelebt hatten.

Nach dem zweiten Weltkrieg bestand die Notwendigkeit, vielen Menschen eine neue Heimat zu bieten. Aus den deutschen Ostgebieten Vertriebene seien vor allem auf dem Land angesiedelt worden, da die Städte zerbombt waren, erklärt Ansgar Becker. Man habe damals insbesondere Menschen mit landwirtschaftlichen Kenntnissen im Moor angesiedelt. Diese Bevölkerungsgruppe traf dort auf sehr arme einheimische Bauern sowie auf die sogenannten Traktatbauern. Letztere waren Bauern, die ihre landwirtschaftlichen Flächen auf niederländischem Gebiet hatten und die diese nach dem Krieg nicht mehr bewirtschaften durften.

Neulehe, Neubörger, Neudersum etc. – diese Dörfer sind im Zuge des Emslandplans entstanden. Typisch für sie seien u. a. die schnurgeraden Straßen. Die Kirche entsprach jeweils der Konfession, der die überwiegende Anzahl der Einwohner angehörte.

Emslandliebe – Gestern. Heute. Morgen.
Das Themenjahr 2025 rund um das Jubiläum „75 Jahre Emslandplan“ ist eine Serie aus Erzählungen in Kooperation mit der Emsländischen Landschaft, der Emsland Tourismus GmbH und des Emsland-Kuriers. 

Absatz 6 Emslandplan

Während all dieses und vieles mehr bereits seit 2010 in der Ausstellungshalle II den Besuchern zugänglich ist, gab es zur Vorgeschichte des Emslandplans bislang keine Darstellung. Mit Beginn des Jubiläumsjahrs ändert sich dies: In der Ausstellungshalle I werden sich sowohl die preußischen Pläne als auch die Bereisungen des Regierungspräsidenten Adolf Sonnenschein nachvollziehen lassen. Von da an wird auch die Vorgeschichte des Emslandplans das Moormuseum als Dauerausstellung bereichern.

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Christiane Adam
04. Mai 2025
Mein Tipp

Heimatvereine, die Interesse an einem Workshop haben, können sich bei der Geschäftsstelle des Emsländischen Heimatbunds in Meppen melden unter Tel. 05931 496420 bzw. per E-Mail an info@ehb-emsland.de.

Das Veranstaltungsprogramm zum Jubiläum beginnt am 5. Mai 2025 und wird in Bälde veröffentlicht.