Neuer Glanz für alte Hüvener Mühle
Antrieb mit Wind und Wasser und Sanierung mit ganz viel Heimatliebe
Antrieb mit Wind und Wasser und Sanierung mit ganz viel Heimatliebe
Ein rauschender Bach ist die Mittelradde zwar nicht, die Hüvener Mühle südlich von Sögel klappert aber nach wie vor – und dass trotz einer über 450-jährigen Geschichte.
1534 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt und 1802 nach einem Brand als reine Wassermühle wieder aufgebaut.
Die Arbeit war für die Müller oft beschwerlich, denn in regenarmen Zeiten reichte das Wasser kaum, um die Mühle in Gang zu setzen.
Die Wasserarmut förderte allerdings die Kreativität: 1852 wurde auf die Hüvener Mühle zusätzlich eine Windmühle aufgesetzt, was sie zur ersten Wind- und Wassermühle in Niedersachsen machte.
Nach Jahrzehnten des Verfalls wurde die Mühle auf dem Hümmling zwischen 2004 und 2006 aufwendig restauriert.
In diesem Frühjahr wurde erneut Hand angelegt: Ein Mühlenbauer hat im Inneren der Mühle fleißig gewerkelt. Und sobald die Flügel- und Galeriearbeiten abgeschlossen sind, erstrahlt das Hümmlinger Bauwerk pünktlich zum Deutschen Mühlentag (Pfingstmontag, 25. Mai) im neuen Glanz.
Die Ausrüstung der Mühle mit Mahl- und Beutelgängen ist noch voll erhalten. Wegen ihrer Besonderheit wird die Hüvener Mühle von der Niedersächsischen Mühlenvereinigung als Emblem genutzt.
Wie diese Mühle mit Wind- und Wasserantrieb funktioniert, lässt sich über den Förderkreis Hüvener Mühle besichtigen.
Entweder im Rahmen einer Themenführung (buchbar ab zehn Personen) oder zwischen April und Oktober am „Mahltag“:
Hier haben Besucher die Gelegenheit, den ehrenamtlichen Müllern bei der Arbeit zuzusehen und die Mühle in Aktion zu erleben. Außerdem gibt es leckeres Mühlenbrot zu kaufen.
Auch abseits der Mahltage hat die Hüvener Mühle viel zu bieten: In der Saison kann sie während der Öffnungszeiten „auf eigene Faust“ erkundet werden.
Das Besucherzentrum gewährt einen Einblick in die einmalige Konstruktion und die Geschichte des Denkmals. Diverse Tische und Bänke rund um den Mühlenteich bieten auf dem gepflegten Areal Gelegenheit zum Picknick.
Eine Brücke über die Mittelradde verbindet die Mühle mit einem Biotop, das sich auf einem 1,3 Kilometer langen Natur-Lehrpfad erkunden lässt. Info-Tafeln weisen auf Besonderheiten der unterschiedlichen Lebensräume hin.
Neben dem Biotop ist ein Balancierweg aus gespaltenen Halbrund-Baumstämmen auf Holzpfosten entstanden, der durch die Feuchtwiese verläuft.
Auf einem Spielplatz toben sich kleine Mühlenbesucher aus. Eltern können es sich dort auf einer neuen meterlangen Holzbank bequem machen – und haben dabei sowohl die spielenden Kinder als auch die klappernde Mühle fest im Blick.
Nicht zuletzt haben Paare die Möglichkeit, vor der romantischen Kulisse den Bund der Ehe zu schließen.
Das technische Denkmal liegt direkt an dem Rundkurs „Emsland-Route“ und kann über die thematischen Tagestouren im Naturpark Hümmling auf dem emslandweiten Fahrradknotennetz angesteuert werden.
Die kombinierte Führung „Mühle und Megalith“ des Förderkreises eignet sich besonders für Fahrradgruppen. Bei der bis zu zweistündigen Tour erfahren die Ausflügler Wissenswertes über die urgeschichtlichen Großsteingräber auf dem Hümmling. Mit etwas mehr Zeit wird die Führung auch zu Fuß angeboten.
Gleiches gilt für „Mühle und Koloss“, wenn die Gäste sich auf den Weg in den Ortskern der Hümmling-Gemeinde machen, um den 102,5 Tonnen schweren Findling zu bestaunen, der im Jahr 2020 auf einem Acker nahe Hüven entdeckt wurde. Dieser Findling wird nicht umsonst auch „Der Koloss“ genannt – er ist der größte bisher im Emsland gefundene Findling und der viertgrößte in Niedersachsen.
Kontakt & Informationen
Hüvener Mühle mit Infozentrum
Hüvener Mühle 12, 49751 Hüven
Führung anfragen über Tel. 05964 959700 oder auf www.huevener-muehle.de
Mahl- und Backtage 2026: 25.5., 14.6., 12.7., 9.8. und 13.9.
Moor & mehr – Geschichten aus den Naturparken
Naturparke in der Ferienregion feiern Jubiläum
In Kooperation mit dem Emsland-Kurier feiern wir in diesem Jahr die Jubiläen “20 Jahre Naturpark Bourtanger Moor” und “10 Jahre Naturpark Hümmling” mit Geschichten über die eindrucksvolle Kulturlandschaft, prägnante und ungewöhnliche Sehenswürdigkeiten und ehrenamtliches Engagement mit viel Heimatgefühl.
Die Beiträge werden im Emsland-Kurier veröffentlicht und sind im Emsland-Blog "Moor & mehr“ auf unserer "Geburtstagsseite"zum Themenjahr nachzulesen.
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