• Wissenswertes
  • 27.09.2026

Die Mersmühle in Haren wurde jüngst für rund 40 Lehrerinnen und Lehrer der Harener Naturpark-Schulen und Anwärterschulen zum lebendigen Lernort. Im Rahmen einer Fortbildung des Naturparks erhielten sie praxisnahe Anregungen für den Unterricht: direkt vor Ort, zwischen Kräutergarten, Benjeshecken, Bauerngarten, Mühlenmuseum und Backhaus.

Zwei Expertinnen für Heilkräuter vom Naturpark - Silke Hirndorf und Sandra Vissering – machten deutlich, wie sich Naturwissen kindgerecht mit einfachen Mitteln erklären lässt. Der Kräutergarten an der Mersmühle bietet hierfür viele Ideen für den Unterricht. Hier wachsen Heilpflanzen, die verschiedenen Bereichen des Körpers zugeordnet werden und an unterschiedlichen Stellen wirken können. Und es gibt vor allem Anekdoten und Erzählungen über ihre Heilkraft. „Der Kräutergarten war für mich ein echtes Highlight“, berichtete eine Lehrerin. „Dass jedes Kraut eine Bedeutung hat und für etwas gut ist, ist faszinierend und genau solche Geschichten bleiben Kindern im Kopf.“

Besonders eindrücklich war das Schöllkraut. Die Pflanze fällt durch ihren orangefarbenen Milchsaft auf, der beim Abbrechen des Stängels austritt. Sandra Vissering malte den Lehrkräften damit einen kleinen Smiley auf die Hand. So bleibt die Bedeutung der Pflanze spielerisch in Erinnerung.

Eine weitere Station auf dem Areal ist die Benjeshecke. Die Anhäufung von Ästen und Zweigen bietet einen wertvollen Lebensraum. Die Gartenexpertinnen berichten, dass es Kindern Freude bereitet, Zweige auf die Hecke zu legen, Insekten zu beobachten oder Pflanzen zu entdecken. Sie demonstrieren ein kreatives Spiel, das den Anreiz erhöht Aufgaben zu erledigen. Mit einem Blütensticker pro Aufgabe entsteht eine Blumenwiese, als sichtbares Zeichen dafür, dass viele kleine Beiträge zusammen etwas Großes bewirken können.

Anschließend führen die „Kruutlukers“ des Heimatvereins Haren über das Gelände. Die Arbeitsgruppe aus engagierten Rentnern pflegt den Garten regelmäßig und erntet im Bauerngarten. Heute erklären die drei Mitglieder des Heimatvereins Heinz Menke, Heinz Schnelte und Bernd Stroot, welche Pflanzen schon früher angebaut wurden und welche Bedeutung sie im Alltag hatten. Der Gartenteich wurde bereits 1986 zur Ansiedlung von Insekten und Amphibien angelegt. Weiter ging es zum Drehbrunnen aus Sandstein und zum Fachwerk-Backhaus mit Lehmofen.

Das Motto „Vom Korn zum Brot“ ist ein Unterrichtsthema in den Grundschulen – ein Rundgang durch das Mühlenmuseum im Dachgeschoss des Müllerhauses zeigt eine imposante Ausstellung. Insgesamt sind dort 50 Originalmühlen als maßstabsgetreue Modelle zu sehen, die die Entwicklungen der Getreideverarbeitungen - vom einfachen Reibeisen bis zu unterschiedlichen Mühlenbauarten - zeigen.

Dass die Fortbildung konkrete Ideen für den Schulalltag liefert, wurde in den Rückmeldungen der pädagogischen Fachkräfte deutlich. Einige nahmen sich direkt vor, mit ihrer Klasse die Mersmühle zu besuchen. „Eine Klassenfahrt oder ein Projekttag hierher wäre sehr gut vorstellbar“, erzählte eine Lehrerin.

Zum Abschluss informierte Judith Uthmann-Tattermusch über den aktuellen Sachstand des Netzwerkes und zeigte, welchen Mehrwert Naturpark-Schulen für Kinder bieten. Ob gemeinsame Koch-Aktionen mit den Landfrauen, ein Besuch zum größten Schaftstall der Niederlande – dem Schaapskooi Bargerveen oder ein Ausflug zur IMME, dem deutsch-niederländischen Bienenzentrum – die Angebote sind zahlreich und individuell. Kinder lernen ihre Region, angelehnt an die Unterrichtsinhalte, unmittelbar kennen.

„Eigentlich reicht es, nach solchen Aktionen in die Augen der Kinder zu schauen“, brachte es Torsten Weitzel, Schulleiter der Clemensschule Wesuwe, auf den Punkt. „Sie sind total glücklich und lernen ganz nebenbei unglaublich viel über die regionalen Gegebenheiten.“ Genau das macht das Netzwerk Naturpark-Schulen aus: Kinder lernen nicht nur aus Büchern, sondern draußen. Dort, wo Natur, Kultur und Heimatgeschichte lebendig werden. Sie entdecken ihre Umgebung selbst, stellen Fragen, probieren aus und verstehen so ganz nebenbei, warum die Lebensräume und Besonderheiten direkt vor ihrer Haustür wertvoll sind – so wie auf dem Areal an der Mersmühle.

Moor & mehr – Geschichten aus den Naturparken


Naturparke in der Ferienregion feiern Jubiläum 

In Kooperation mit dem Emsland-Kurier feiern wir in diesem Jahr die Jubiläen “20 Jahre Naturpark Bourtanger Moor” und “10 Jahre Naturpark Hümmling” mit Geschichten über die eindrucksvolle Kulturlandschaft, prägnante und ungewöhnliche Sehenswürdigkeiten und ehrenamtliches Engagement mit viel Heimatgefühl.
 
Die Beiträge werden im Emsland-Kurier veröffentlicht und sind im Emsland-Blog "Moor & mehr“ auf unserer "Geburtstagsseite"zum Themenjahr nachzulesen.  

27. September 2026