Was man über emsländische Gartenbesitzer wissen sollte




Was man über emsländische Gartenbesitzer wissen sollte

Der Emsländer liebt seinen Garten. Dem Klischee nach neigt er dabei zum makellosen Rasenteppich und akkurater Begrünung. Ob’s stimmt?. Hier kommen die sieben wichtigsten Fakten über emsländische Gartenbesitzer.

7 Fakten über emsländische Gartenbesitzer

1. Größe
Emsländische Gärten sind groß – sehr groß sogar. Wenn Städter mit ihrem eigenen Haus und Garten prahlen, entlockt es dem Emsländer nur ein müdes Lächeln. Er würde nämlich nicht auf die Idee kommen 100 oder 200 Quadratmeter Grünfläche als Garten zu bezeichnen. So was fällt für ihn höchstens unter Vorgarten. Einige böse Zungen sprechen in diesem Fall sogar nur von einem Beet.

2. König der Nachbarschaft
Technik ist Männerspielzeug. Das ist hinlänglich bekannt. Auch der emsländische Gartenbesitzer liebt sein Spielzeug bestehend aus: Kettensäge, Heckenschere und Rasenmäher. Darüber kann er lange und ausgiebig fachsimpeln.
Dem Rasenmäher kommt dabei eine exponierte Stellung zu. Er ist das Statussymbol schlechthin: Wer Aufsitzmäher fährt, ist daher der ungekrönte König der Nachbarschaft. Aber egal, ob Aufsitzer oder handgeführter Rasenmäher – in einem sind sich alle einig: Rasenroboter gehen gar nicht – die sind nur was für Luschen. Mann macht das selbst!

3. Grenzsicherung
Darunter versteht der Emsländer allerdings etwas völlig anderes als Donald Trump. Zunächst einmal: Der Emsländer zahlt selbst, soviel Stolz und Anstand hat er. Darüber hinaus baut er in der Regel keine Mauer, sondern er pflanzt Hecken, um sein eigenes Territorium zu markieren.
In einer intakten Nachbarschaft werden langsam wachsende Buchen- und Buchsbaumhecken bevorzugt. Hat er Stress mit den lieben Nachbarn schwört der Emsländer auf schnell wachsenden Kirschlorbeer. Aber egal für welchen Heckentyp man sich entscheidet und egal ob schmale, breite, hohe oder niedrige Hecke, eines geht gar nicht: eine wildwuchernde Grenzbepflanzung. Eine emsländische Hecke hat akkurat zu sein. Daher sieht man alle emsländischen Gartenbesitzer mindestens zweimal im Jahr mit einer Heckenschere bewaffnet auf einer Leiter stehend beim Schneiden ihrer natürlichen Grenze.

4. Das heilige Grün
Das heilige Grün findet man nicht nur in allen Fußballtempeln der Welt, sondern in jedem emsländischen Garten – jedenfalls wenn man den jeweiligen Besitzer fragt, der sein Grün liebe- und aufopferungsvoll pflegt und hegt. Dies wird besonders am Wochenende sichtbar, denn Freitagnachmittags wird es laut im Emsland. Dann laufen die Rasenmäher heiß. Dabei ist Rasenmähen durchaus ansteckend. Sobald in der Nachbarschaft die erste Maschine aufheult, stimmen nach und nach alle anderen in den höllischen Gesang mit ein.

5. Samstagmorgen halb zehn in Deutschland…
…nein, da beißt der Emsländer nicht in sein Haselnuss-Schnittchen, sondern steht in der Schlange des Wertstoffhofes seines Vertrauens und will sich seiner am Freitag angehäuften Grünabfälle entledigen.

6. Vorschriften, was für Vorschriften?
Klar, es gibt Vorschriften, die das Grillen im Außenbereich regeln oder Lärmschutzbestimmungen, die vorschreiben, wann Laubbläser und Rasenmäher zum Einsatz kommen dürfen…aber mal ehrlich, wenn kümmert’s? Im Emsland jedenfalls keinen. Wenn der Rasen zu lang ist, muss er runter, auch wenn es nach 19 Uhr ist. Spätestens zum Anpfiff des Freitagsspiels der Fußball-Bundesliga wird es aber auch wieder leiser. Dafür zieht dann der Grillgeruch durch die Nachbarschaft.

7. Männerjob
Jeder emsländische Gartenbesitzer hat einen Grill. Das ist absolute Pflicht. Wie überall gilt auch im Emsland: Grillen ist Männersache! Warum, weiß eigentlich niemand so genau. Aber egal! Angegrillt wird sobald der erste Sonnenstrahl auf der Nase kitzelt, das heißt so Anfang Februar. Hauptsaison für eine der wichtigsten emsländischen Freizeitvergnügen sind aber eindeutig die Sommermonate. Dann findet man den typischen Emsländer sehr häufig auf seiner eigenen, selbst gestalteten Terrasse mit Freunden und Familie beim Grillen. Wobei, es muss nicht immer gleich ein Grillbuffet sein: zur Not tut’s auch ‘ne Wurst mit Brötchen und eine schöne Flasche kühles Blondes – Hauptsache in Gesellschaft. Denn der Emsländer liebt es gesellig.

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© © Schoening Fotodesign, Stefan Schöning Fotodesign
Martina Alfers

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