Der Koning‑Willem‑Alexander‑Kanal
Aufgrund der höheren Lage des Hondsrug im Verhältnis zum Wasserspiegel des Oranjekanals liegt die Umgebung von Nieuw‑Dordrecht auf einem Sandrücken zwischen dem Smeulveen und dem Oosterveen, die wiederum Teil der Marken Nord‑ und Südbarge waren. Dieser Ausläufer des Hondsrug bereitete in der Vergangenheit erhebliche Probleme bei der Entwässerung der Moorgebiete.
Im Jahr 1853 wurden die Moorflächen an die Drentsche Veen‑ en Midden‑Kanaal‑Maatschappij in Dordrecht verkauft. Die Markegenossen (Verkäufer der Moorgebiete) stellten beim Verkauf jedoch die Bedingung, dass die Käufer von Smilde aus quer durch Drenthe einen Kanal bis zu den Moorgebieten Nord‑ und Südbarge graben sollten. Die Drentsche Veen‑ en Midden‑Kanaal‑Maatschappij stimmte dem zu, da sie die Erschließung mehrerer Moorgebiete plante und ein Wasserweg hierfür von großem Nutzen sein würde. Der Bau dieser damals neuen Wasserstraße erfolgte in den Jahren 1852 bis 1858, erreichte schließlich eine Länge von 44 Kilometern und erhielt mit Genehmigung von König Wilhelm III. den Namen „Oranjekanal“.
Der Oranjekanal sollte jedoch einen Seitenarm erhalten, der das Oosterveen mit dem Smeulveen verbinden sollte. Zwar wurde der Oranjekanal bis zum Oosterveen angelegt, der Seitenarm zum Smeulveen jedoch nicht. Dies lag daran, dass man auf große Schwierigkeiten stieß, da der Kanal durch die dicke Geschiebelehmschicht des deutlich höher gelegenen Sandrückens hätte geführt werden müssen. Zudem stellten die Höhenunterschiede des Hondsrug ein Problem dar: Auf einer Strecke von nur sechs Kilometern wären fünf Schleusen erforderlich gewesen. Darüber hinaus machte der Hondsrug es nahezu unmöglich, das Moor hinter Nieuw‑Dordrecht über den Oranjekanal zu entwässern. Die Drentsche Veen‑ en Midden‑Kanaal‑Maatschappij hielt den Bau des Seitenkanals daher für zu kostspielig und sah von dessen Umsetzung ab.
Zwischen 2009 und 2013 wurde dieser Seitenarm des Oranjekanals schließlich doch noch realisiert. Der neue Kanal ermöglicht es Freizeitschiffern, durch einen Ausläufer des Hondsrug zu fahren und die alten Moor‑ und Torfkolonien zwischen dem Scholtenskanaal bei Klazienaveen und der Bladderswijk bei Oranjedorp zu besuchen. Im Oosterbos‑Süd wurde wegen des Höhenunterschieds die Koppelschleuse errichtet – eine Doppelschleuse, die Schiffe jeweils um 2 × 2,5 Meter hebt oder senkt. Da der Kanal an die Drentse Veenvaart (eine Wasserstraße durch die gesamte Provinz) angeschlossen ist, sind nun auch die niederländischen und deutschen Binnenwasserstraßen besser miteinander verbunden.
Ursprünglich sollte der Kanal den Namen „Veenkanaal“ tragen, doch dieser erschien nicht attraktiv genug. Als Willem‑Alexander am 30. April 2013 König der Niederlande wurde, entschied man sich, den Kanal „Koning Willem Alexanderkanaal“ zu nennen. Am 8. Juni 2013 wurde der Koning‑Willem‑Alexander‑Kanal nach fünf Jahren Bauzeit – mit Zustimmung Seiner Majestät des Königs – feierlich eröffnet. Es handelt sich damit um das erste Infrastrukturprojekt in den Niederlanden, das nach einem amtierenden Monarchen benannt wurde.
Seit der Fertigstellung dieses Wasserwegs ist es möglich, über die sogenannte Veenvaart von Friesland, Overijssel und Twente aus – über den Haren‑Rütenbrock‑Kanal bei Ter Apel – auch nach Deutschland zu fahren oder selbstverständlich in umgekehrter Richtung in die Niederlande.
Während der Erdarbeiten für den Kanalbau wurden große Mengen an Lehm und Sand gewonnen. Diese Materialien wurden im umliegenden Gebiet wiederverwendet, um zuvor tief liegende Wege und Straßen aufzufüllen und so Heideflächen, Wälder und verbliebene Moorreste für die Zukunft zu erhalten. Geschiebelehm ist nämlich nur schlecht wasserdurchlässig und sorgt dafür, dass hier wieder sogenannte „nasse Natur“ entstehen konnte.
Tipp: Der Hondsrug entstand während der vorletzten Eiszeiten. Ein mächtiger Eisschild aus Skandinavien erreichte damals dieses Gebiet und transportierte enorme Findlinge mit sich. Diese kamen auch bei den Erdarbeiten für den Kanalbau zum Vorschein und wurden bei der Koppelschleuse entlang des Eiszeitpfades abgelegt.
Aufgrund der höheren Lage des Hondsrug im Verhältnis zum Wasserspiegel des Oranjekanals liegt die Umgebung von Nieuw‑Dordrecht auf einem Sandrücken zwischen dem Smeulveen und dem Oosterveen, die wiederum Teil der Marken Nord‑ und Südbarge waren. Dieser Ausläufer des Hondsrug bereitete in der Vergangenheit erhebliche Probleme bei der Entwässerung der Moorgebiete.
Im Jahr 1853 wurden die Moorflächen an die Drentsche Veen‑ en Midden‑Kanaal‑Maatschappij in Dordrecht verkauft. Die Markegenossen (Verkäufer der Moorgebiete) stellten beim Verkauf jedoch die Bedingung, dass die Käufer von Smilde aus quer durch Drenthe einen Kanal bis zu den Moorgebieten Nord‑ und Südbarge graben sollten. Die Drentsche Veen‑ en Midden‑Kanaal‑Maatschappij stimmte dem zu, da sie die Erschließung mehrerer Moorgebiete plante und ein Wasserweg hierfür von großem Nutzen sein würde. Der Bau dieser damals neuen Wasserstraße erfolgte in den Jahren 1852 bis 1858, erreichte schließlich eine Länge von 44 Kilometern und erhielt mit Genehmigung von König Wilhelm III. den Namen „Oranjekanal“.
Der Oranjekanal sollte jedoch einen Seitenarm erhalten, der das Oosterveen mit dem Smeulveen verbinden sollte. Zwar wurde der Oranjekanal bis zum Oosterveen angelegt, der Seitenarm zum Smeulveen jedoch nicht. Dies lag daran, dass man auf große Schwierigkeiten stieß, da der Kanal durch die dicke Geschiebelehmschicht des deutlich höher gelegenen Sandrückens hätte geführt werden müssen. Zudem stellten die Höhenunterschiede des Hondsrug ein Problem dar: Auf einer Strecke von nur sechs Kilometern wären fünf Schleusen erforderlich gewesen. Darüber hinaus machte der Hondsrug es nahezu unmöglich, das Moor hinter Nieuw‑Dordrecht über den Oranjekanal zu entwässern. Die Drentsche Veen‑ en Midden‑Kanaal‑Maatschappij hielt den Bau des Seitenkanals daher für zu kostspielig und sah von dessen Umsetzung ab.
Zwischen 2009 und 2013 wurde dieser Seitenarm des Oranjekanals schließlich doch noch realisiert. Der neue Kanal ermöglicht es Freizeitschiffern, durch einen Ausläufer des Hondsrug zu fahren und die alten Moor‑ und Torfkolonien zwischen dem Scholtenskanaal bei Klazienaveen und der Bladderswijk bei Oranjedorp zu besuchen. Im Oosterbos‑Süd wurde wegen des Höhenunterschieds die Koppelschleuse errichtet – eine Doppelschleuse, die Schiffe jeweils um 2 × 2,5 Meter hebt oder senkt. Da der Kanal an die Drentse Veenvaart (eine Wasserstraße durch die gesamte Provinz) angeschlossen ist, sind nun auch die niederländischen und deutschen Binnenwasserstraßen besser miteinander verbunden.
Ursprünglich sollte der Kanal den Namen „Veenkanaal“ tragen, doch dieser erschien nicht attraktiv genug. Als Willem‑Alexander am 30. April 2013 König der Niederlande wurde, entschied man sich, den Kanal „Koning Willem Alexanderkanaal“ zu nennen. Am 8. Juni 2013 wurde der Koning‑Willem‑Alexander‑Kanal nach fünf Jahren Bauzeit – mit Zustimmung Seiner Majestät des Königs – feierlich eröffnet. Es handelt sich damit um das erste Infrastrukturprojekt in den Niederlanden, das nach einem amtierenden Monarchen benannt wurde.
Seit der Fertigstellung dieses Wasserwegs ist es möglich, über die sogenannte Veenvaart von Friesland, Overijssel und Twente aus – über den Haren‑Rütenbrock‑Kanal bei Ter Apel – auch nach Deutschland zu fahren oder selbstverständlich in umgekehrter Richtung in die Niederlande.
Während der Erdarbeiten für den Kanalbau wurden große Mengen an Lehm und Sand gewonnen. Diese Materialien wurden im umliegenden Gebiet wiederverwendet, um zuvor tief liegende Wege und Straßen aufzufüllen und so Heideflächen, Wälder und verbliebene Moorreste für die Zukunft zu erhalten. Geschiebelehm ist nämlich nur schlecht wasserdurchlässig und sorgt dafür, dass hier wieder sogenannte „nasse Natur“ entstehen konnte.
Tipp: Der Hondsrug entstand während der vorletzten Eiszeiten. Ein mächtiger Eisschild aus Skandinavien erreichte damals dieses Gebiet und transportierte enorme Findlinge mit sich. Diese kamen auch bei den Erdarbeiten für den Kanalbau zum Vorschein und wurden bei der Koppelschleuse entlang des Eiszeitpfades abgelegt.


