Die Gedenkstätte Esterwegen ist ein europäischer Gedenkort, der an alle 15 Emslandlager und ihre Opfer in den Jahren 1933 bis 1945 erinnert. Die Hauptausstellung dokumentiert die Geschichte der Emslandlager im Zusammenhang mit der Geschichte des „Dritten Reiches“. Im Mittelpunkt stehen dabei die damaligen Häftlinge, deren Zwangsarbeit im Moor sowie das Leben und Leiden in den Lagern.
An jedem ersten Sonntag im Monat finden um 11 Uhr und um 15 Uhr Führungen (Dauer: 1 Stunde) auf dem ehemaligen Lagergelände statt. Zudem ist die Ausstellung „Ordnung und Vernichtung. Die Polizei im NS-Staat“ zu sehen. Diese zeigt eindrücklich den Weg einer ursprünglich reformfreudigen demokratischen Polizei in der Weimarer Republik hin zu einem Machtinstrument der Nationalsozialisten.
Die Gedenkstätte Esterwegen stellt einen zentralen historischen Lernort dar. Sie veranschaulicht, dass Verfolgung, Ausgrenzung, Inhaftierung, Zwangsarbeit, Leiden und Tod während der nationalsozialistischen Herrschaft keine räumlich entfernten Phänomene waren, sondern auch in der unmittelbaren regionalen Umgebung – im Emsland – stattfanden.
Dem gleichen Ziel ist die Jüdische Schule in Lingen verschrieben. Das historische Gebäude, das zusammen mit der Synagoge nahe dem Lookentor im September 1878 festlich eingeweiht wurde, entging dem Feuer der Reichspogromnacht. Im Jahr 1997 erwarb die Stadt Lingen (Ems) die Schule und nach der Renovierung wurde im Jahr 1998 der Lern- und Gedenkort Jüdische Schule eingeweiht.
Das Forum Juden-Christen Altkreis Lingen fühlt sich der Weiterführung der Erinnerungsarbeit und der Pflege der Gedenkkultur verpflichtet. Dazu gehören u. a. die Betreuung und Pflege der Erinnerungsorte wie der Jüdischen Schule in Lingen, dem Bethaus in Freren sowie die Jüdischen Friedhöfe in Lingen und Freren. Sogenannte „Lehrhausabende“ des Forums bieten die Gelegenheit zum Austausch und zur Wissensvermittlung. Jeweils am letzten Sonntag des Monats finden beim Lern- und Gedenkort in Lingen die „Tage der offenen Tore“ statt.
Am 9. November 2026 findet um 18 Uhr ein Ökumenischer Gottesdienst in der Ev. Luth. Kreuzkirchengemeinde und anschließend (ab 19 Uhr) die Gedenkfeier mit Kranzniederlegung am Lern- und Gedenkort Jüdische Schule statt. In der Stadt Freren findet um 10:15 Uhr die Gedenkfeier in der Grulandstraße (gegenüber dem Gedenkort Jüdisches Bethaus) statt und in der Gemeinde Lengerich um 9:45 Uhr am jüdischen Gedenkstein im Bürgerpark.
Die Alte Dorfstelle Wahn bei Lathen bewahrt ein uraltes Dorf vor dem Vergessen. Zur Zeit des Dritten Reichs wurde es mitsamt 177 Familien zwangsweise umgesiedelt, da das benachbarte Schieß- und Übungsgelände erweitert werden sollte.
Heimatvereine legten die Reste der alten Dorfstelle frei, errichteten einen Info-Pavillon und beschilderten einen 2,5 Kilometer langen Rundweg durch den Wald, der die alten Hofstellen, die Kirche mitsamt Friedhof und die ehemaligen Straßen nur zum Teil zurückerobert hatte.
Die säkularisierte spätgotische Alte Rheder Kirche ist seit 1991 die „Gedächtniskirche“ des Landkreises Emsland für die „Opfer der Weltkriege und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“. Neben Gedenkveranstaltungen finden in Zusammenarbeit mit dem Organeum Weener regelmäßig Konzerte statt. Die Kirche hat sich seit dem Ankauf einer italienischen Orgel aus dem 18. Jahrhundert aufgrund der hervorragenden Akustik zu einem Hauptveranstaltungsort der Reihe „Kirchenmusik im Emsland“ entwickelt.
Die Trafostation und das Wachgebäude des früheren nationalsozialistischen Emslandlagers wurden in den Jahren 2022 und 2023 denkmalschutzgerecht saniert und sind seitdem als Erinnerungsort „LAGER XII DALUM“ (Am Wasserwerk 8, 49744 Geeste) zugänglich.
Eine zweisprachige Dauerausstellung informiert über die wechselvolle Geschichte der 15 Lager, die zwischen 1933 und 1945 im nationalsozialistischen Staat im Emsland und der Grafschaft Bentheim unterhalten wurden, und die Kriegsgräberstätten in beiden Landkreisen. Der Erinnerungsort ist täglich bei freiem Eintritt über ein elektronisches Zugangssystem zugänglich: In der Sommerzeit von 8 bis 20 Uhr und in der Winterzeit von 8 bis 17 Uhr.
Im September 2026 fand in Hasselbrock (an der Süd-Nord-Straße 28 auf dem Grundstück von Familie Smakmann) die offizielle Einweihung der neugestalteten Gedenkstätte zum ehemaligen Lager IV statt. Das Projekt wurde gemeinsam von der Gedenkstätte Esterwegen, der Gemeinde Walchum und der Samtgemeinde Dörpen umgesetzt, um den Erinnerungsort aufzuwerten und die Aufenthaltsqualität zu verbessern.
Das Lager IV Walchum wurde als Strafgefangenenlager der Justiz für 500 Gefangene geplant und im Mai 1935 fertig gestellt. Bis Kriegsbeginn waren Menschen inhaftiert, die vom NS-Regime aus politischen, rassistischen, sozialen oder religiösen Gründen verfolgt wurden. Hinzu kam eine weitaus größere Gruppe von Gefangenen, die für kriminelle Delikte verurteilt worden waren. Die Gefangenen mussten täglich Zwangsarbeit im Moor leisten.
In der im Jahr 2020 eröffneten Inselmühle – Haus der Harener Geschichtebefindet sich das kommunale Archiv der Emsstadt sowie das Dokumentations- und Begegnungszentrum Haren/ Maczków. Hier wird die Vergangenheit der Stadt erlebbar. Insbesondere die „polnischen Jahre“ (1945 bis 1948) nach dem Zweiten Weltkrieg werden in der Dauerausstellung der Inselmühle anhand der Sammlung von Dokumenten zur Geschichte Maczkóws und Harens sensibel aufgearbeitet. Das Dokumentationszentrum gibt darüber hinaus Einblick in die Geschichte der „Displaced Persons“ im gesamten Emsland, einem bislang noch wenig bearbeitetem, für die Region aber wichtigen Thema.
Das Stadtarchiv im Obergeschoss ist zuständig für die Sicherung, Erhaltung und Erschließung von historisch wertvollem Schriftgut und Bildmaterial. Es dient zudem als zentraler Ort für die Recherche zur älteren und jüngeren Stadtgeschichte. Zu diesem Zweck steht ein Lesesaal mit Handbibliothek zur Verfügung.
Die Inselmühle arbeitet mit Schulen, Universitäten und Einrichtungen der Erwachsenenbildung zusammen und steht für Heimatforscher und Geschichtsinteressierte offen.















