FrauenWEGE – Jutta von Ravensberg
Sie herrschte im 13. Jahrhundert über weite Teile des Emslands: Jutta von Ravensberg.
Von einer einheitlichen Region ist das Emsland im 13. Jahrhundert noch weit entfernt. Vielmehr ist das Gebiet stark zersplittert: Größere Flächen gehören den Bischöfen von Osnabrück und Münster, dem Abt des Klosters Corvey sowie den Grafen von Tecklenburg und von Ravensberg. Jutta von Ravensberg ist die einzige Tochter von Otto II. von Ravensberg und seiner Frau Sophie. Als er 1244 stirbt, erbt sie seine Ländereien. Jutta ist zu diesem Zeitpunkt mit dem Grafen Heinrich von Tecklenburg verheiratet. Die Eltern der beiden hatten durch die Hochzeit Frieden zwischen den konkurrierenden Grafenhäusern stiften wollen.
1248 allerdings stirbt Heinrich von Tecklenburg. Ihren Besitz verwaltet Jutta nun gemeinsam mit ihrer Mutter. Dazu gehören unter anderem Güter in Meppen, eine Burg in Haselünne, Ländereien auf dem Hümmling, Güter im Raum Bersenbrück sowie die Burgen in Vechta und Vlotho. 1251 heiratet Jutta den Grafen Walram von Montjoie (Monschau), dessen Herrschaftsmittelpunkt in der Eifel liegt. Ihre zweite Ehe bleibt wie die erste kinderlos.
Peter und Paul
Da sich die Besitztümer in Nordwesten von der Eifel aus nur schwer verwalten lassen, entscheiden sich Jutta und ihre Mutter 1252, sie an den Bischof von Münster zu verkaufen. Im Volksmund gibt es verschiedene Geschichten über die Veräußerung: Angeblich musste sich Jutta wahlweise gegen Raubritter oder feindlich gesinnte Grafen verteidigen und suchte dafür Unterstützung bei den Bischöfen in Osnabrück und Münster. Letzterer soll zum Dank für seine Hilfe die Ländereien erhalten haben. Bekannt ist bis heute der Satz: „Will Peter (Patron des Bistums Osnabrück) nicht, so wird Paul (Münster) wollen.“
Jutta bleibt ihrer Heimat verbunden. 1297 verfügt sie, dass sie nach ihrem Tod im Kloster Bersenbrück beigesetzt wird, neben ihren Eltern. Auch im Emsland bleibt sie präsent – durch die vielen Sagen und Geschichten, die sich bis heute um die „Frau von Mundeloh“ ranken.
Vollständiger Name: Jutta von Ravensberg-Vechta
Geboren: um 1231
Verstorben: nach 1302
Eltern: Otto II. von Ravensberg († 1244), Sophie von Oldenburg-Wildeshausen († nach 1261)
Position: Landesherrin des Emslands
Bezugspunkt im Emsland: Skulpturenwald Frau von Mundeloh (Landegger Str., 49733 Haren (Ems))
Von einer einheitlichen Region ist das Emsland im 13. Jahrhundert noch weit entfernt. Vielmehr ist das Gebiet stark zersplittert: Größere Flächen gehören den Bischöfen von Osnabrück und Münster, dem Abt des Klosters Corvey sowie den Grafen von Tecklenburg und von Ravensberg. Jutta von Ravensberg ist die einzige Tochter von Otto II. von Ravensberg und seiner Frau Sophie. Als er 1244 stirbt, erbt sie seine Ländereien. Jutta ist zu diesem Zeitpunkt mit dem Grafen Heinrich von Tecklenburg verheiratet. Die Eltern der beiden hatten durch die Hochzeit Frieden zwischen den konkurrierenden Grafenhäusern stiften wollen.
1248 allerdings stirbt Heinrich von Tecklenburg. Ihren Besitz verwaltet Jutta nun gemeinsam mit ihrer Mutter. Dazu gehören unter anderem Güter in Meppen, eine Burg in Haselünne, Ländereien auf dem Hümmling, Güter im Raum Bersenbrück sowie die Burgen in Vechta und Vlotho. 1251 heiratet Jutta den Grafen Walram von Montjoie (Monschau), dessen Herrschaftsmittelpunkt in der Eifel liegt. Ihre zweite Ehe bleibt wie die erste kinderlos.
Peter und Paul
Da sich die Besitztümer in Nordwesten von der Eifel aus nur schwer verwalten lassen, entscheiden sich Jutta und ihre Mutter 1252, sie an den Bischof von Münster zu verkaufen. Im Volksmund gibt es verschiedene Geschichten über die Veräußerung: Angeblich musste sich Jutta wahlweise gegen Raubritter oder feindlich gesinnte Grafen verteidigen und suchte dafür Unterstützung bei den Bischöfen in Osnabrück und Münster. Letzterer soll zum Dank für seine Hilfe die Ländereien erhalten haben. Bekannt ist bis heute der Satz: „Will Peter (Patron des Bistums Osnabrück) nicht, so wird Paul (Münster) wollen.“
Jutta bleibt ihrer Heimat verbunden. 1297 verfügt sie, dass sie nach ihrem Tod im Kloster Bersenbrück beigesetzt wird, neben ihren Eltern. Auch im Emsland bleibt sie präsent – durch die vielen Sagen und Geschichten, die sich bis heute um die „Frau von Mundeloh“ ranken.
Vollständiger Name: Jutta von Ravensberg-Vechta
Geboren: um 1231
Verstorben: nach 1302
Eltern: Otto II. von Ravensberg († 1244), Sophie von Oldenburg-Wildeshausen († nach 1261)
Position: Landesherrin des Emslands
Bezugspunkt im Emsland: Skulpturenwald Frau von Mundeloh (Landegger Str., 49733 Haren (Ems))
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