FrauenWEGE – Petra Berning

  • Historische Stätte
Sie hauchte alten Gemäuern neues Leben ein: die Architektin und Denkmalschützerin Petra Berning.
Die Arbeit mit Gebäuden wird Petra Berning gewissermaßen in die Wiege gelegt. Die Lingenerin stammt aus einer Handwerkerfamilie, ihr Vater ist in der Emsstadt ein bekannter Malermeister. Nach dem Abitur am Lingener Georgianum zieht es die junge Petra ins Rheinland. An der RWTH Aachen studiert sie Architektur mit dem Schwerpunkt Baugeschichte und Denkmalpflege. 1977 legt sie ihr Diplom ab und kehrt ins Emsland zurück. In ihrem Elternhaus in der Bäumerstraße eröffnet sie ihr erstes Architekturbüro.
Historische Bausubstanz für die Zukunft bewahren
Ihr erster großer Auftrag führt sie nach Wietmarschen. Dort ist sie für die Renovierung des Verwalterhauses auf dem Gelände des früheren Stifts zuständig. Petra Berning gelingt es, das abbruchreife Haus zu erhalten. Es beherbergt mittlerweile eine Bücherei und das Stiftsmuseum. Heute finden sich überall im Emsland und in der Grafschaft Bentheim Spuren der Architektin. Zu ihren bekanntesten Projekten in Lingen zählen die Renovierung der St. Josefskirche, die Umgestaltung der alten jüdischen Schule zum Gedenkort und die Sanierung eines Bürgerhauses am Markt aus dem Jahr 1641. Dabei musste sie nicht nur historische Spuren einbeziehen, die erst während der Sanierung zu Tage traten, sondern auch statische Probleme lösen. Heute beherbergt das Haus ein Café, Büros und Wohnungen – und entspricht doch ganz den Anforderungen des Denkmalschutzes.
„Alte Häuser, speziell Denkmale, haben Charakter und eine Seele. Diese möchte ich herausarbeiten und stärken.“ – Petra Berning in der Lingener Tagespost
Einen Schwerpunkt ihrer Arbeit bilden Gemeinschaftshäuser. Ein herausragendes Beispiel ist der Wöhlehof in Spelle. Über einen Zeitraum von fast 20 Jahren entsteht unter Petra Bernings Führung ein Bürgerbegegnungszentrum in liebevoll restauriertem Fachwerk. Im Haus Schmeing in Lünne gelingt es ihr, unpassendes Baumaterial zu ersetzen und den historischen Charakter des Gebäudes wieder aufleben zu lassen. Trotz der oftmals herausfordernden Umstände – Fördermittel, die nur für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung stehen, geschichtsträchtige Überraschungsfunde, die eine Umplanung erfordern – gelingt es ihr immer wieder, historische Bausubstanz weitgehend zu erhalten.
2015 verstirbt Petra Berning. In ihrer Todesanzeige schreibt sie selbst: „Ich hatte noch so viel vor.“

Gut zu wissen

Ansprechpartner:in

Emsland Tourismus GmbH
Helter Damm 11a
49716 Meppen